STADTMUSIK ST.GALLEN
als Projektorchester

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Die städtische Umgebung bringt es mit sich, dass Verpflichtungen der traditionellen Blasmusik wie Marschmusik, Geburtstagsständchen und Einweihungen nicht mehr so beliebt sind. Kommt dazu, dass es in einer derart vielfältigen Zeit immer schwieriger wird, junge Musiker an einen Verein zu binden. Die in einer Stadt aufwachsenden jungen Leute haben nebst dem Musizieren noch viele andere Hobbys im Kopf und dadurch wird es immer aufwändiger, für einen Musikverein feste Mitglieder zu finden.


Viele traditionelle Vereine beklagen diese Entwicklungen. Die Stadtmusik St.Gallen hat aber längst reagiert. Sie entschied sich vor mehr als zehn Jahren für eine flexible Art des Musizierens, welche auch die Kameradschaft unter den Musikerinnen und Musikern mit einschliesst – mit Erfolg.

Seit der Teilnahme am internationalen Musikwettbewerb von Schladming im Juni 2000 wird das Konzept, mehrheitlich projektbezogen zu musizieren, erfolgreich umgesetzt. Dieses Konzept basiert auf der Erkenntnis, dass neben der Musik auch Familie, Beruf und Hobbys unter einen Hut gebracht werden können. Dies funktioniert nicht zuletzt auch darum einwandfrei, weil in der Stadt St.Gallen weitere 7 Musikvereine in der Lage sind, traditionelle Anlässe zu bestreiten, die für ein ausgebautes sinfonisches Blasorchester mit diesem Konzept nicht mehr realisiert werden können.

Die Stadtmusik St.Gallen war schon unter der Direktion der bekannten Dirigenten Haubold und Heusser ein Sinfonisches Blasorchester, das weit über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt war. Die ausgesprochenen Orchester-Eigenschaften wurden durch Albert Brunner, der 1984 bis 2010 die Stadtmusik dirigierte, in letzter Konsequenz ausgebaut und umgesetzt. Mit Roger Meier konnte per anfangs 2011 ein würdiger Nachfolger gefunden werden, der bereit ist, das bisherige Konzept weiter zu entwickeln.

Mit dem relativ tiefen Durchschnittsalter der Mitglieder von etwa 27 Jahren ist ein häufiger Wechsel aus beruflichen oder familiären Gründen verbunden. Dem trägt der Vorstand unter dem Präsidium von Bobby Feurer mit einem neuen Mitgliedschafts-Konzept Rechnung. Die Zeiten sind vorbei, in denen
sich Mitglieder verpflichten, lebenslänglich dem Verein anzugehören. Mitglieder sind alle, die sich für ein konkretes Projekt zur Teilnahme an den erforderlichen Proben und zum Auftritt bereit erklären. In der Regel sind das rund acht Proben und der musikalische Auftritt.

Ein wesentlicher Teil der Attraktivität und der Motivation für die Musiker ist die Anforderung an das musikalische Können und die effiziente Zusammenarbeit innerhalb des Orchesters. Durch den gezielten Proben-Aufwand ist es zudem möglich, Mitwirkende zu gewinnen, die auch in einem anderen Verein Mitglied oder gar Dirigent sind. Die Arbeit im anderen Verein wird auf keine Art und Weise konkurrenziert.
 
Getragen wir das Konzept, das viel Planung und Vorarbeit erfordert, von einem Stamm langjähriger Aktivmitglieder und einem initiativen Vorstand, der seitmehr als 20 Jahren
in der gleichen Besetzung arbeitet. Selbstverständlich könnte die Stadtmusik nicht existieren ohne einen festen Stamm von Mitgliedern. Beinahe 30 Prozent der Musikerinnen und Musiker für ein solches Projekt kommen aber aus der näheren und weiteren Umgebung, die von Kreuzlingen bis nach Winterthur und von St.Gallen bis ins Rheintal, ja sogar ins benachbarte Ausland reicht.